Willkommenscafé in Kirchweyhe

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Willkommenscafé in Kirchweyhe

Ihre Flucht war abenteuerlich, sie war beschwerlich und dauerte lang: Flüchtlinge aus dem Libanon, von der Elfenbeinküste und aus Gabun sind seit kurzem in einem Haus in Kirchweyhe untergebracht. Von ihren Erlebnissen und aus ihren Heimatländern berichteten sie äußerst anschaulich beim Willkommenscafé, zu dem die Kirchweyher Dorfgemeinschaft eingeladen hatte. Knapp 80 Kirchweyher folgten den Beschreibungen im restlos überfüllten Gemeindesaal.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Flüchtlingshelfer Uelzen vorgestellt und gezielt um Spenden für Flüchtlinge gebeten.

Zu Fuß, als Tramper mit dem Lkw oder per Flugzeug waren die Familie aus dem Libanon und die jungen Männer von der Elfenbeinküste und aus Gabun aus ihren Heimatländern ausgereist, waren über Libyen und Italien oder über die Türkei und Griechenland nach Deutschland gekommen. Bis zu zwei Monate dauerte bei einigen die beschwerliche Reise.

Ihr größtes Problem in Deutschland: die Sprache, denn die meisten der Flüchtlinge sprechen nur französisch, beherrschen erst ein wenig deutsch. Strahlende Augen bei ihnen, als im Rahmen einer Bilderpräsentation Fotos aus ihren Heimatländern gezeigt wurden. Besonders imponierend eine Marktszene von der Elfenbeinküste, die die typischen Waren eines solchen Marktes zeigte – die Früchte des Landes. „Am meisten vermissen wir auf unserem Speiseplan Maniok“, so einer der Flüchtlinge. „Maniok gibt es hier zwar, ist aber viel zu teuer.“ Materiell fehle es ihnen hier in Deutschland an fast nichts, doch sie wünschten sich in erster Linie Sprachunterricht, einen Job und die Gewissheit zu erfahren, wie es weitergehe.

„Für unsere Flüchtlinge hat ein Leben in einer ganz neuen Kultur begonnen. Es ist einfach schwer, sich da einzugewöhnen, denn sie sind zum Beispiel nicht an das strikte Einhalten von Fristen gewöhnt. Das kennen sie einfach nicht. Da steckt keine Bösartigkeit dahinter, wenn sie mal eine Frist verstreichen lassen“, so eine Mitarbeiterin vom CJD.

„Wir hoffen, mit dem Willkommenscafé einen kleinen Beitrag zu mehr Verständnis geworben zu haben“, so die Dorfgemeinschaft am Ende der zweistündigen Veranstaltung, während die Flüchtlinge beteuerten, wie sehr sie sich freuten, in Kirchweyhe untergebracht worden zu sein, denn sie wären hier sehr herzlich aufgenommen worden.

(Text: P.M.)

2016-02-23T14:38:35+00:00 9. Februar 2016|