Interview mit Thomas Hospowsky aus dem Wipperau-Kurier

„Wir können viel gewinnen“

Die in Uelzen ankommenden Flüchtlinge stellen Stadt und Region vor große Herausforderungen. Der Wipperau-Kurier sprach mit dem Gründer der Initiative „Flüchtlingshelfer Uelzen“, Thomas Hospowsky, über seine Motive Hoffnungen und Wünsche.

Wipperau-Kurier: Sie haben die Initiative „Flüchtlingshelfer Uelzen“ ins Leben gerufen –  und nun ist sogar eine Vereinsgründung in Planung. Was hat Sie zu diesen Schritten bewegt – gab es einen konkreten Auslöser für Ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe?
Thomas Hospowsky: Ich persönlich war der Meinung, dass es an der Zeit ist, etwas zurückzugeben. Mir geht es gut in dieser Gesellschaft, aber Arbeit, Freizeit und Konsum allein können es nicht sein. Flüchtlinge fangen hier wieder bei null an, obwohl sie zum Teil ein ähnlich normales Leben geführt haben wie wir. Ich wollte helfen, das Wort „Willkommenskultur“ mit auszufüllen. Die Initiative haben wir aber gemeinsam ins Leben gerufen. Auf einem Treffen der Diakonie zum Thema Flüchtlinge wurde der Entschluss gefasst, einen Unterstützerkreis für Uelzen ins Leben zu rufen. Tanja Klomfass hat den Ball geworfen und wir haben ihn aufgefangen. Rainer Neubauer und ich haben das erste Treffen organisiert. Niels Milhagen vom Haus Achtum hat Räumlichkeiten angeboten und schnell kamen immer mehr hinzu. In größeren Gemeinden des Landkreises war so etwas schon erfolgreich angelaufen. Und wir ahnten ja, was auch noch auf Uelzen zukommt.
Es gibt viele leer stehende Häuser in ländlichen Regionen. An wen kann man sich wenden, wenn man ein Haus eine Wohnung oder auch ein Zimmer den Flüchtlingen zur Verfügung stellen möchte?
Der Landkreis Uelzen ist für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig. Zurzeit können Wohnmöglichkeiten aber dem Ordnungsamt, in Uelzen Herrn Leddin, per Telefon (0581 800 62 10) gemeldet werden.
Die Region steht vor großen Herausforderungen. Was wünschen Sie sich von Stadt und Landkreis Uelzen und von den Bürgern?
Die Stadt und der Landkreis gehen meines Erachtens sehr besonnen mit der Situation um. Und auch bei den Bürgern finden wir viel Verständnis für die Situation von Flüchtlingen. Ich würde mir  wünschen, dass die Unterstützung dauerhaft anhält. Wir werden viele Jahre mit der Integration von Flüchtlingen zu tun haben. Es ist nicht damit getan, den Kleiderschrank für Flüchtlinge auszumisten. Wir müssen uns trauen, auf die neuen Mitbürger zuzugehen. Dabei werden wir viel gewinnen!

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Fenja Wiechel-Kranmüller

(aus dem Wipperau-Kurier Nr. 4/2015 – Das Magazin für Land & Leute im Ostkreis Uelzen und Umgebung)