Heute mit vier syrischen Jungs (9-12) zum ersten Mal zum deutschen Fußballtraining gegangen. 50 Minuten Fußweg. Wir machen viel Spaß auf dem Weg. Was heisst „shut up“ auf deutsch? Sag ich nicht. Wir müssen schneller gehen „yalla imshuh“ lerne ich. „Verrückter Junge“ lernen sie. Ist euch kalt? Nein. Dann Fußballtraining. Sie bekommen einige T-shirts, Trikots, Schienbeinschoner. „dankeschön“ sagen sie alle schüchtern. Nach ein paar Minuten Training (wie erklärt man Micky-Maus-fangen?) kommen die Rabauken aus den kleinen Jungs. Und nach einer Stunde lachen, schwitzen, Tore schießen müssen wir zurück. Tomorrow football? Nein, nächste Woche – in 7 Tagen wieder. Schade. Auf dem Rückweg durch die Stadt. Vorbei an Restaurants, Parks, Geschäften. „Uelzen is very beautiful“ sagt der ruhigste von ihnen. Er kommt aus Damaskus. Ist es beautiful in Damaskus? Ein großes Seufzen geht durch das ganze Kind „Damaskus is very beautiful, too“ Hast du auch Fußball gespielt in Damaskus? Das traurige Kind antwortet:“Nein, I played Taek-won-do.“. Oh, bis zu welchem Gurt? „Black belt“ und endlich geht wieder ein schelmisches Lächeln über das schüchterne Gesicht. Ich verspreche Taekwon-do in Uelzen zu finden und die Traurigkeit ist ein wenig gebannt. Die Welt ist ungerecht zu Kindern.

(Ein Bericht von A.S. aus der Gruppe „vor Ort“)