Frage der Menschlichkeit

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Frage der Menschlichkeit

Artikel Titelblatt, Allgemeine Zeitung Uelzen, Samstag/Sonntag 22./23. August 2015, Autor Dirk Marwede

Bagger reißt Baracken ein

(…) Flüchtlingshelfer organisieren sich

(…) Flüchtlingen konkret zu helfen, das haben sich rund 50 Uelzener auf die Fahne geschrieben, die sich jetzt in der Initiative „Flüchtlingshilfe“ (Flüchtlingshelfer Uelzen) zusammengeschlossen haben. Es gelte, eine Willkommenskultur zu schaffen, um den Menschen in der neunen Lebensumgebung Halt und konkrete Hilfe zu geben.
Jeweils Freitags treffen sich engagierte Uelzener, um zu diskutieren, welche Hilfen angebracht sind und wie diese umgesetzt werden können. Mit welchen Schwierigkeiten die Flüchtlingshelfer zu kämpfen haben und was alles an Hilfe angedacht ist (…)

Fortsetzung im  Artikel Seite 3, Allgemeine Zeitung, Uelzen, Samstag/Sonntag 22./23. August 2015, Autor Dirk Marwede

Frage der Menschlichkeit

Patenschaft oder praktische Unterstützung – Flüchtlingshilfe sucht weitere Mitstreiter

(…) „Ihr seid hier nicht allein – dieses Gefühl möchten wir den Flüchtlingen vermitteln die nach Uelzen gekommen sind und hier eine vielleicht dauerhafte Bleibe finden“. sagt Thomas Hospowsky. Gemeinsam mit anderen hat er die Flüchtlingshilfe Uelzen (Flüchtlingshelfer Uelzen) ins Leben gerufen.
„Unser Kreis hat sich in den letzten Wochen gefestigt, wir haben ein Netzwerk, haben Strukturen geschaffen und die ersten konkreten Hilfen sind angelaufen“, beschreibt er die Entwicklung der letzten Wochen. Ziel der Flüchtlingshilfe sei es unter anderem, Asylbewerbern eine Anlaufstelle für Kontakte zu bieten. „Deshalb haben wir das Freitagscafé eingerichtet. Jeden Freitag können sich Unterstützer und Asylbewerber dazu von 16 bis 18 Uhr im Haus Achtum an der Esterholzer Straße treffen um miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei können konkrete Hilfen abgesprochen werden, aber wer möchte, kann sich einfach nur mit anderen bei Kaffee, Tee und Keksen austauschen oder Spiele spielen.“
Nils Millhagen, Leiter des Hauses Achtum, hat die Räumlichkeiten spontan zur Verfügung gestellt. Eine Tatsache über die sich die rund 50 Uelzener Flüchtlingshelfer freuen. Überhaupt sei die Zusammenarbeit mit den Behörden und Institutionen gut und intensiv, ganz egal, ob Sozialamt oder
Ausländerbehörde, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz, Jugendmigrationsdienst, das Christliche Jugenddorfwerk (CJD) oder die Berufsbildenden Schulen – es werde sich gegenseitig unterstützt, Informationen ausgetauscht. Schwer sei es lediglich, an Kontaktdaten heranzukommen, „denn die Behörden dürfen aus Datenschutzgründen keine Namen und Adressen herausgeben“.
So ist bei der Flüchtlingshilfe Eigeninitiative gefragt, „das lässt sich schon gut an“, sagt Thomas Hospowsky. Direkte Hilfe werde etwa bei Umzügen oder bei der Suche beziehungsweise dem Transport von fehlenden Einrichtungsgegenständen geleistet. Flüchtlingshelfer sind auch bei der Hausaufgabenhilfe (CJD) aktiv.
Unterstützung gibt es auch bei der Schulanmeldung und der Lehrstellensuche, beim Erlernen der deutschen Sprache und bei der Wohnungssuche und vielem anderen mehr. „Wir wollen praktische Arbeit leisten, da, wo sie gegraucht wird. Das können zum Beispiel aber auch Patenschaften für Familien sein, die sich integrieren möchten.“ Die Probleme, mit denen sich Flüchtlinge tagtäglich konfrontiert sähen, seien äußerst vielschichtig, hier helfend einzugreifen sei „eine Frage der Menschlichkeit“.
„Da die Zahlen der Flüchtlinge, die nach Uelzen kommen – zurzeit sind es mehr als 200 Flüchtlinge, die in Uelzen leben – ständig steigen, werden wir schon in naher Zukunft noch mehr praktische Aufgaben wahrnehmen müssen. Dafür wollen wir unseren Kreis vergrößern. Für erste Kennenlern-Gespräche bietet sich dazu unser wöchentliches Freitagscafé an“, so Hospowsky (…).

2016-02-18T11:23:31+00:00 10. Oktober 2015|